Geschichte der Hunderasse "Bolonka"

Die Hunderasse Bolonka entstammt ursprünglich aus gelockten, sogenannten pudelartigen Hunden. Diese sind in der Geschichte seit über 1000 Jahren bekannt, woraus sich schon sehr bald die pudelartigen Rassen entwickelten. Daraus entstand dann der Bichon Frise, welcher sich in französischen Adelshäusern stark verbreitete. Durch Gastgeschenke an andere Adelshäuser züchtete man dann unterschiedliche Rassen, so in Italien der Bologneser und im russischen Zarenhaus den Bolonka Franzuska (kleines französisches Schoßhündchen). Jedes Land züchtete aus den kleinen weißen Ursprungshunden eine eigene Rasse. Sie sind zwar ähnlich, dennoch nicht genau gleich.

Durch den Sturz des Zarenreiches, verteilten sich die kleinen Hündchen unter die ganz normale Bevölkerung. Sicher wurde auch schon damals durch das Küchenpersonal, immer wieder ein kleiner Welpe gestohlen und im eigenen Haus gehalten und später mit anderen Hunden weiterverpaart.

 In den 50ziger Jahren begannen einige wenige Menschen eine Rasse daraus zu züchten, die dann in den 60ziger Jahren in Russland auch als eigenständige Rasse anerkannt wurde. Es handelte sich hierbei um den sogenannten Bolonka Zwetna (farbiges kleines Schoßhündchen). Weiße Hunde wurden seitdem dieser Rasse entzogen und nicht mehr für die Weiterzucht erlaubt.

Man vermutet, dass Rassen wie Pudel, Shih Tzu, Lhasa Apso, Pekinese (verschiedene asiatische Rassen) und kleine zottelige Mischlingshunde mit der Grundstein dafür waren. In Bulgarien wurden sogar alle mehrfarbigen Welpen nach der Geburt getötet.

Wir in der ehemaligen DDR, kannten aber nur die weißen Hunde-Exemplare, eben den Franzuska. Dieser wurde auch hier, im VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter) relativ gering gezüchtet. Diese Hunderasse, wurden dann auch nach der Wende vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. in das Zuchtbuch Bologneser übernommen

(s. https://www.vdh.de/welpen/mein-welpe/bolonka-zwetna-nationale-rasse).

In Polen und der Tschechoslowakei gab es dato nur Bologneser und keinen Bolonka Franzuska. In den späteren Jahren züchteten diese auch ihre eigene Rassenlinie, genannt bunte Bologneser. Erst mit der VDH Anerkennung 2011, kamen reinrassige Bolonka-Zwetnas von Russland in diese Länder. Fortan verbreitete sich diese wunderbare Rasse dort auch mit richtigen Namen.

Im vereinigten Deutschland gab es allerdings nur die Rasse der weißen Franzuskas. Und so machten einige findige Leute eigentlich genau das, was in den 60zigern in Russland gemacht wurde. Sie kreuzten wieder verschiedenste Rassen in die weißen Linien ein und daraus entstand nun das bunte Genpotential, was wir heute in Deutschland finden, den sogenannten Deutschen Bolonka. Es wurden Rassen wie Yorki, Havaneser, Pudel, Shih Tzu, Chihuahua, Malteser, Lhasa Apso usw. eingekreuzt. Der Bolonka ist eigentlich ein ganz "moderner Designer Hund". Keine sogenannte Hybriderasse (das sind die Erfindungen, die z.Zt. in Massen angeboten werden, in denen zwei verschiedene Rassen miteinander verpaart werden und somit dubiose Rassenamen erfunden wurden und den Käufern beste Gesundheit und besondere Eigenschaften beider Rassen vorgegaukelt werden. „Vermehrer“ erfinden irgendeinen "Rassennamen" und diese Exemplare werden für viel Geld weiter veräußert, Papiere selbst gedruckt. Die Nachkommen dieser Vierbeiner versprechen keine Reinrassigkeit und am Ende eines Wurfes weiß keiner, was dabei herauskommt. Man verpaart also immer nur beide Rassen weiter. Aber woher will man wissen, dass nur das "Gute, beste, gesündeste" weitervererbt wird. Alles nur Spekulation und Geldmacherei.

Der Bolonka wurde über viele Generationen mittlerweile zu dem gemacht, wie wir ihn heute im Original kennen. Er wurde über mehrere Generationen gezüchtet und sollte heute eigentlich ein einheitliches Bild zeigen. In den Genen sind alle diese wundervollen Rassen noch jederzeit nachweißbar und werden es auch immer sein, da sie der Grundstein für diese noch so "JUNGE RASSE" ist.

Nur folgende Merkmale dürfen gravierend nicht mehr in Erscheinung treten, Kurzhaar, Stehohren, lange Pudelnase oder kurzes flaches Gesicht wie bei Shih Tzus. Dann sind es keine reinrassigen Bolonkas.

Die Fellqualität ist und bleibt immer sehr verschieden, von fast ganz glatt bis zur engsten Locke. Auch in den Farben hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Es sind alle Farben erlaubt und so gibt es mittlerweile alle möglichen Rottöne, Tigerfarben, sogar gestromt und schimmel (Roan). Diese Farben sind noch sehr selten, und werden auch schwerer zu vermehren sein, weil nicht jeder Hund, der diese Farbe besitzt, sie auch immer gleich an alle weitervererbt. Es wird sicherlich noch viele Jahre dauern, bis diese Farben im Genpool dieser Rasse sind. Was auch gut so ist. Die Grundfarben der Rasse Bolonka sind heute jederzeit käuflich. Aufgrund ihrer Seltenheit werden Sonderfarben extrem teurer sein.

Die Gesundheit dieser Rasse ist relativ robust, da sie noch nicht so sehr überzüchtet ist. Sie besitzt noch ihre Ursprünglichkeit und es gibt bisher keine bekannte oder rassebedingte Krankheit.

Merkmale dieser beliebten Hunderasse „Bolonka“:

Bolonkas sind kleine Kraftpakete und gerne sportlich aktiv und lernbegeistert.

Freundlich, ausgeglichen und trotzdem verspielt. Er liebt es, zu spielen und neue Entdeckungen zu machen. Aggressivität und Dauerkläffen sind ihm absolut fremd. Wer ihm etwas beibringen möchte, hat es leicht, denn der kluge Hund lernt sehr gerne.

Er durchläuft keinen saisonalen Fellwechsel und ist für Allergiker interessant.

Dank seiner Anhänglichkeit und der treuen, kinderlieben Art eignet er sich perfekt als Anfänger- und Familienhund.

Ausgewachsen erreicht der Bolonka eine Schulterhöhe von 24 bis 26 cm und wiegt ca. 5 kg

Farbe: mehrfarbig, schwarz, braun, grau, silber, rot, creme.

Bleibt zu hoffen, dass der Bolonka in der Zukunft nicht zum Modehund avanciert. Das tut bekanntlich keiner Hunderasse gut.

Achten Sie also sehr gut darauf, wenn Sie sich einen Bolonka zulegen möchten, woher er stammt und ob es sich um einen guten Züchter handelt. Nur hier finden Sie die typischen und liebevollen Charaktereigenschaften, die einen echten Bolonka auszeichnen.